Suchen

eishockey bilder banner klein

Gäste online

Aktuell sind 70 Gäste online

Aktuelle News der Nationalmannschaften der Frauen

Interview mit Maren Valenti

Mit 13 Jahren die jüngste Teilnehmerin an einer Weltmeisterschaft - die bisher einzigste Frau in der Deutschen Eishockey Liga - die erste Frau in der 2. Eishockey Bundesliga  - Mitglied der Hall of Fame Deutschland als zweite Frau überhaupt.


Diese Erfolge sprechen für sich und man stellt sich die Frage wer ist Maren Valenti eigentlich ?

Maren Valenti wurde am 15. Oktober 1976 in Freiburg (Breisgau) geboren und sie begann im Alter von 4 Jahren mit dem Eishockeyspielen zusammen mit Bruder Sven, der später in der DEL für Mannheim, Nürnberg und Kassel Huskies spielte.
Die ehrgeizige Stürmerin entwickelte sich in so kurzer Zeit derartig stark, dass Sie mit nur 13 Jahren bei der Weltmeisterschaft im Jahr 1990 das DEB Trikot trug. Sie war damit die jüngste WM-Teilnehmerin aller Zeiten und wurde noch im selben Jahr in die Internationale Hockey Hall of Fame in Toronto aufgenommen.

Mit der ersten WM Teilnahme fiel der Startschuss für eine einzigartige und erfolgreiche Eishockeykarriere. Maren Valenti nahm bis zum Jahr 2006 an insgesamt 5 Weltmeisterschaften, den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City und 4 Europameisterschaften für Deutschland teil und bestritt 164 Länderspiele, in denen sie 86 Tore erzielte und 64 vorbereitete.

In ihrer Bundesligakarriere konnte sie 4 Mal die Deutsche Meisterschaft gewinnen und auch im Ausland war sie erfolgreich. Die Aufenthalte in der Schweiz (Vizemeister mit dem EHC Bülach) und in Kanada bei den Vancouver Griffins und Stainte Julie Pantheres wurden durch den Gewinn der Quebec Meisterschaft gekrönt. Im anschliessenden Finale der Canadien Hockey League der Frauen hatte Sie nur knapp gegen die Toronto Aeros verloren. Sie wurde zur MVP (Besten Spielerin) der Playoffs gewählt.  

Einen weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher sicherte sich das Deutsche Ausnahmetalent am 04.09.1998, als sie für den DEL Club Eisbären Berlin in einem Freundschaftspiel mit der Nummer 99 einen Wechsel in der höchsten Deutschen Eishockey Liga (DEL) bestritt.

Diesem Auftritt in der höchsten Deutschen Spielklasse folgte ein einjähriges Engagement beim EHC Freiburg in der 2. Eishockey Bundesliga. 

Nach den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City wo sich Maren einen Traum erfüllen konnte, geriet Ihre Karriere buchstäblich ins Wanken.  Die erfolgreichste Deutsche Stürmerin stolperte und fiel unerklärlich oft, da ihre Beine das ein oder andere Mal plötzlich versagten.
Es folgte an Marathon bei vielen Ärzten, ohne einen genauen Befund über diese Schwierigkeiten im Spiel zu bekommen. Maren´s Ehrgeiz trieb sie zu noch mehr Training, da Sie dadurch hoffte diese Probleme zu beseitigen, doch leider ging dieses Vorhaben nach hinten los und folgten im gleichen Jahr Schüttelkrämpfe, die von den Ärzten anfangs mit Interferon-Spritzen behandelt wurden, und welche schwere Migräne-Attacken auslösten. 

Die Gleichgewichtsstörungen von Maren wurden immer schlimmer und durch einen Arzt in Mannheim fällt dann im Jahr 2006 die bittere Diagnose „MS-Multiple Sklerose“ und somit das Karriereende für Maren Valenti.


„ Zitat Maren Valenti: Für mich bedeutete die Diagnose nach dieser langen Ungewissheit, sogar ein bisschen eine Art von Erleichterung, denn nicht in der Mannschaft zu sein und nicht zu verstehen warum ich kein Eishockey mehr spielen kann wie früher war für mich sehr schlimm". 



Ihr Abschied vom aktiven Eishockeysport ging ganz leise über die Bühne, viele wussten überhaupt nicht dass Maren diese schwere Krankheit hat und so zum Karriereende führte.



Doch schnell ist eine neue andere Karriere ausserhalb des Eisfeldes geboren. Bereits als Kind war Malen die zweite große Leidenschaft von Maren, was sich auf den Schulheften wiederspiegelte. Sie hatte bereits früh Comics im Kopf, welche Sie dann zu Papier brachte.

Für eine Ausbildung zur Print- und Mediengestalterin ist sie im Jahr 2001 aus dem Mutterland des Eishockey (Kanada) zurück nach Deutschland gekommen, da sie sich frühzeitig Gedanken über ein Leben nach dem Eishockey gemacht hat.
Sie fängt nach dem plötzlichen Karriereende an verstärkt auf Acryl und Leinwände zu malen und möchte mit neuem Ehrgeiz und Mut sich als Künstlerin etablieren und auch hier eine der Besten zu werden.

Dank dem Deutschen Eishockey Bund und der Deutschen Sporthilfe wurden bald bei größeren Sportveranstaltungen „Valenti-Bilder“ ausgestellt und so beginnt ihre Zweite Karriere. In den Bildern spiegelt sich oft ihre Vergangenheit, Eishockey Symbole und andere Embleme, doch auch eine Vielzahl von Tieren sind auf den Kunstwerken von Maren Valenti zu sehen.

Manchmal ist Sie bis in den Schlaf mit ihren Bildern beschäftigt und weiß am nächsten Morgen genau wo der Pinsel anzusetzen ist.

Seit dem Jahr 2010 ist Maren Valenti als Trainerin bei den Kurpfalz Ladies und für die neue Saison 2011/2012 bei einem noch nicht bekannten Bundesligaverein wieder im Eishockeygeschäft tätig und fühlt sich sichtlich wohl auf und auch neben dem Eis.

Wir haben Maren Valenti in Mannheim getroffen und zum Interview eingeladen.


1. Frage: Wie kann man so einen Schock mit dem plötzlichen Karriereende und der schweren Krankheit verkraften ?

Maren: Ich habe mir gesagt, dass ich ein Leben mit der Krankheit lebe und nicht die Krankheit mit mir.

2. Frage: Was hat sich in Deinem Leben durch die Krankheit geändert ?

Maren: Früher hatte ich oft "Hummeln im Hintern" und heute bin ich viel gelassener und ruhiger geworden. Mit meiner jetzigen Situation bin ich sehr zufrieden, ich hatte eine schöne und erfolgreiche aktive Eishockeykarriere und meine derzeitige Tätigkeit füllt mich aus und macht mich sehr glücklich.

3. Frage: Wer oder was hat Dir Halt und neuen Mut im Leben gegeben ?

Maren: Meine Familie hat mich über alles unterstützt und mir immer den Mut gegeben.

4. Frage: Welchen Rat kannst Du anderen geben, die auch MS haben ?

Maren: Auf jeden Fall nie den Kopf in den Sand stecken und das Leben mit MS einfach aktzeptieren und das Beste daraus machen. Es gibt immer noch jemanden, den es schlimmer trifft als einen selbst.

5. Frage: Was sind Deine Ziele ?

Maren: Ich möchte mit meiner Kunst auch in Staaten bekannt werden und mich in der gesamten Kunstszene durchsetzen. Im Sport möchte ich mich als Trainerin gut weiterentwickeln und vielen jungen Spielerinnen meine Erfahrung weitergeben.



Mehr Infos über Ihre Bilder unter http://www.marenvalenti.de