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Monika Bittner beendet Karriere in der Frauen Eishockey Nationalmannschaft

(DEB Frauen) Mit dem Aufstieg der Deutschen Eishockey Nationalmannschaft der Frauen in die Top Division durch den Gewinn der Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft 2016 in Dänemark (Div.1) hat Monika Bittner ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben.


Monika Bittner´s Mitteilung bei Facebook:

"Aufhören wenn es am schönsten ist! Mit dem erfolgreichen Abschneiden bei der WM in Dänemark und dem damit verbundenem Aufstieg in die Top Division möchte ich mich von der internationalen Bühne verabschieden. Da ich die Entscheidung schon länger geplant hatte, bin ich natürlich umso glücklicher, dass wir die Mission Aufstieg geschafft haben.


Ich habe viele tolle Momente erleben dürfen, aber auch einige Misserfolge durchlebt, die mich als Person mein Leben lang prägen werden. Ich durfte viele fremde Länder bereisen und die Kultur und Menschen dort erleben. Ich habe Menschen kennengelernt, die nicht nur meine Teammates waren, sondern auch zu Freunden wurden.


An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mich in all den Jahren unterstützt, gefördert, gefordert, getröstet und ermutigt haben. Ein besonderer Dank geht an meine Eltern, die auch heute noch jeden Weg auf sich nehmen, um mich spielen zu sehen! Es war eine besondere Freude mit euch an meiner Seite mein letztes Länderspiel zu bestreiten.


Danke an meine Brüder, die mich auf diesen tollen Sport gebracht haben und immer stolz auf mich sind. Danke an meinen Verlobten der unzählige Male auf mich verzichten musste, weil ich zum Training musste oder mit der Nationalmannschaft unterwegs war.


Danke an BUSCH - Back on German Ice für die Unterstützung, die Loyalität und das Vertrauen in mich. Danke an die Deutsche Sporthilfe, ohne die ich nie so weit gekommen wäre. Danke an all die Trainer, Teammanager, Betreuer, Ärzte, Physiotherapeuten, die mich begleitet haben. Es ist auch immer das Team hinter dem Team das zum Erfolg beiträgt. Danke an die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) - die ich morgens um 6 Uhr oder an Muttertag oft genug verflucht habe – jedoch genauso wie ich für einen sauberen Sport kämpfen.


Danke an meinen aktuellen Arbeitgeber, der mich für die WM und die Maßnahmen im Vorfeld freigestellt hat. Zu guter Letzt, DANKE an all die Menschen, die das hier lesen, liken und vielleicht sogar kommentieren. Diese Seite ist in den letzten Jahren gewachsen und es macht mich stolz zu sehen, wie viele Menschen sich für mich bzw. das Fraueneishockey in Deutschland interessieren.


PS: Ganz Servus sagen werde ich nicht, mit dem ESC PLANEGG werde ich auch kommende Saison auf Tore- und Titeljagd gehen. Nun freue ich mich auf die Sommerpause und einen neuen Lebensabschnitt! „smile“-Emoticon Eure #26 Moni Bittner"






Monika, du hast 225 Länderspiele bestritten, an 8 Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2014 teilgenommen. Mit 28 Jahren eine beachtliche Karriere, aber doch noch ein eigentlich junges Alter um den Rücktritt zu erklären, oder ?


Monika Bittner: "Ich habe an insgesamt 8 Weltmeisterschaften teilgenommen und 2014 Olympia. Mag sein, dass viele mit 28 Jahren noch keinen Grund zum Rücktritt sehen. Der Rücktritt hat auch nichts mit meinem Alter zu tun, sondern ist vielmehr ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren.


Ich bin im September 2015 ins Berufsleben eingetreten und mit dieser Vollzeitbeschäftigung bleibt natürlich weniger Zeit für Training bzw. Freizeit. Es ist einfach eine andere Belastung zu trainieren, wenn man abends von der Arbeit ins Training hetzt. Da gibt es eigentlich keinen freien Abend, den man einfach mal auf der Couch verbringt. Auf Dauer zerrt das natürlich an den Kräften und auch die Motivation in jedem Training hoch zu halten, geht mit der Zeit verloren.


Nach 12 Jahren als Nationalspielerin bin ich jetzt an einem Punkt, an dem ich nicht mehr zu 100%bereit bin all meine freie Zeit für den Sport zu „opfern“. Mein Anspruch an mich selbst war immer sehr hoch und in all den Jahren habe ich sehr viel getan, um dem Leistungsanspruch einer Nationalspielerin gerecht zu werden. Da ich das nicht mehr garantieren kann, ist der Rücktritt für mich nur eine logische Konsequenz. Ich freue mich auf einen Sommer, in dem ich keine Trainingspläne zu erfüllen habe und einen Winter, in dem viel mehr freie Wochenenden auf mich zukommen"





Was machst Du beruflich, das Fraueneishockey ist ja bis auf die Spielerinnen im Rahmen der Sportförderung der Bundeswehr kein bezahlter Leistungssport?


Monika Bittner. "Ich war bis Ende August 2015 bei der Bundeswehr. Seit September 2015 bin ich Marketing Assistentin bei einem Hersteller für Medizinprodukte.




Die Nationalmannschaft verliert mit Dir eine der besten Stürmerin der letzten Jahre. Hat der Bundestrainer / Trainerstaff nicht versucht Dich zum Weitermachen zu bewegt.


Monika Bittner: "Obwohl die Trainer sehr überrascht von meiner Entscheidung waren, haben sie zu keiner Zeit versucht, mich zum weitermachen zu bewegen."




Wenn Du an diese vielen Länderspiele, Triumphe, Niederlagen denkst, welches Ereignis ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?


Monika Bittner: "In den 225 Länderspielen gibt es sehr viele Momente die mir in Erinnerung bleiben werden. Die erste WM 2007 im kanadischen Winnipeg wird mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben.


Die Menschen dort drüben sind einfach so Eishockey begeistert. Vor knapp 11.000 Zuschauern gegen Kanada zu spielen war definitiv war besonderes. Natürlich zählt Olympia ebenfalls zu den absoluten Highlights meiner Karriere."




(Foto Stephan Zorn / eishockey-online.com)



Bilder von der Eishockey Nationalmannschaft der Frauen finden Sie in unserer Galerie...